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von • 16. Dezember 2016 • Die Filme, FeaturedKommentare (0)2196

Die Macht ist stark in Star Wars: Rogue One – eine spoilerfreie Meinung zum Film

Es ist Freitag, kurz nach 1 Uhr in der Früh und ich bin so aufgekratzt, dass an’s schlafengehen nicht zu denken ist. In meinem Kopf sitze ich immer noch in einer riesigen Achterbahn, während links und rechts von mir eine riesige Raumschlacht im Star Wars Universum tobt und ich meinen Mund vor lauter Begeisterung nicht mehr zu bekomme.

Um eins vorweg zu nehmen:
Dieser Beitrag ist spoilerfrei!
Solltest du also vorhaben, dir demnächst „Star Wars: Rogue One“ anzusehen, dann musst du wirklich keine Sorge haben, dass ich hier etwas über Story oder Charaktere verraten könnte.

Zurück zu meiner Aufgekratztheit und dem offenen Mund.

Als ich hörte, dass die Geschichte kurz vor „Star Wars IV: Eine neue Hoffnung“ im Rahmen der berühmten Rogue One Staffel verfilmt wird, dachte ich zuerst an etwas wie: „Jetzt übertreibt es Disney mit dem melken der Star Wars Kuh“.
Nach den vielversprechenden Trailern, war meine Befürchtung erstmal vom Tisch gewischt.
Es ist halt Star Wars und die Stimmung der alten Teile (Episode IV bis VI) zumindest in den Trailern deutlich spürbar.
Als ich allerdings hörte, dass für den Film umfangreiche Nachdrehs anstanden, sank meine Zuversicht wieder auf ein kritischeres Niveau.

Derartige Nachdrehs sind nie ein gutes Zeichen für das Endprodukt. Irgendetwas muss ja schließlich nicht so gut gelaufen sein, wie man es sich ursprünglich vorgestellt hat.

Zeitsprung auf Ende November 2016

Das UCI kündigt an, dass der Kartenvorverkauf zu „Star Wars: Rogue One“ am 28.11.2016, um 0:01 Uhr beginnt. Und plötzlich ist es schlagartig da: Das Star Wars Fieber!
Ich will den Film nicht irgendwann, sondern direkt am Releasetag sehen.
Also sitze ich kurz vor 0 Uhr an meinem Rechner, rufe die UCI-Webseite auf und sehe mit schweißnassen Händen, dass der Kartenvorverkauf bereits gestartet ist.
Mit hastigen Klicks navigiere ich über die Reservierungsseite für den 15.12.2016, ergattere zwei richtig gute Plätze, kann dabei mein Glück kaum fassen, klicke auf „Jetzt bestellen“ und sehe … nichts!
Die UCI-Server halten dem Ansturm nicht stand und verweigern die Arbeit. Der Supergau ist eingetreten – von dem ich mich aber nicht abhalten lasse!
Mittlerweile ist es 0:45 Uhr und mein Finger ist taub vom vielen Drücken des Reload-Buttons.
Aber dann endlich: Die Seite ist wieder erreichbar!
Leicht genervt (es geht schließlich um Star Wars und damit scherzt man nicht!) gehe ich nicht mehr davon aus, dass ich noch gute Plätze ergattern kann. Aber zu meinem wiederholten Glück sind erneut noch genau zwei gute davon verfügbar (zentriert in der Mitte des Kinos).
Mit zitterndem Finger klicke ich abermals auf „Jetzt bestellen“ und lese nach ein paar, mir endlos vorkommenden, Sekunden den erlösenden Text: „Vielen Dank für Ihre Bestellung!“.
Ein Freudenschrei hallt durch die Wohnung, der die Nachbarn wahrscheinlich aus ihren Träumen riss.

Zeitsprung auf den 15.12.2016

Schon den ganzen Tag bin ich hibbelig.
Nicht nur, dass Super Mario Run für iOS released wird – heute ist auch endlich der Start von „Star Wars: Rogue One“ und ich bin (zusammen mit meine Freundin) in der freudigen Lage, ihn direkt am Releasetag sehen zu können.
In den vergangenen Tagen bin ich durch das Internet praktisch nur mit zugekniffenen Augen gesurft. Nichts und niemand sollte mir die Vorfreude auf den Film durch Spoiler & Co. vermiesen!
Das höchste der Gefühle waren kurze (spoilerfreie) Statements von Journalisten, die den Film in den höchsten Tönen lobten.
Ein Journalist schrieb sogar, dass es sich bei „Star Wars: Rogue One“ um den besten Film der Reihe handeln soll.
Durch meine Vorfreude scheint mein Hirn auszusetzen, denn auf dem Weg ins Kino setze ich mich erstmal prompt in den falschen Bus, und fuhr (ohne es zu merken) eine gefühlte Ewigkeit in die Gegenrichtung! Nach knapp zehn Minuten fiel es mir dann selbst wie Schuppen von den Augen und mein Gedanke beim Aussteigen an der nächsten Haltestelle war: „Patrick, du bist so ein Idiot“.
Zum Glück habe ich noch genügend Zeit, um es rechtzeitig zum Kino und meiner dort bereits wartenden Freundin zu schaffen.

15.12.2016, 20:30 Uhr

Wir setzen uns im UCI auf unsere reservierten Plätzen.
Mit dabei:

  • Ein „Star Wars: Rogue One“-Menü, bestehend aus Schlüsselanhänger (ein waschechter Star Wars Fan braucht so etwas unbedingt!)
  • Ein „Star Wars: Rogue One“-Trinkbecher (ein waschechter Star Wars Fan braucht so etwas ebenfalls unbedingt!)
  • Eine Maxipackung Popcorn (braucht eh jeder Kinobesucher unbedingt! – auch ohne „Star Wars“-Branding)

Nach Werbung und Trailern erscheint endlich das Lucasfilm-Logo und im Kinosaal wird es schlagartig mucksmäuschenstill.
Ab da schaue ich gebannt auf die Leinwand und genieße praktisch jede Sekunde dieses Abends. 

Zwei Stunden und 14 Minuten später

Die letzten Sekunden des Abspanns laufen über die Leinwand und ich sitze immer noch in meinem Kinosessel.
Lächelnd fasele ich „Was für ein Film“ im Endlosloop vor mich her, während ich mit Star Wars Becher und Schlüsselanhänger in der einen und der Freundin an der anderen Hand glücklich das Kino verlasse.

Mein Fazit

Ich könnte jetzt schreiben, dass „Star Wars: Rogue One“ meine Augen und Ohren gefickt hat. Dass mich der Film wegblies. Dass ich selten so gut unterhalten wurde. Oder dass der Film ein Meisterwerk im Star Wars Universum darstellt.
Und obwohl das alles meiner Meinung nach passt, denke ich, dass es dem Film irgendwie nicht ganz gerecht wird und zu einfach wäre.

Praktisch dem ganzen Film merke ich an, dass da Leute am Werk waren, die Star Wars genau so lieben, wie ich – dem Fan, der seit klein auf alle Episoden verschlungen hat. 
In Rogue One gaben sie sich nicht nur Mühe bei den dicken, fetten Explosionen, Special Effects und Raumschlachten, sondern achteten mindestens genau so auf die vielen Kleinigkeiten, die es letztendlich ausmachen.
Hinzu kommen noch viele alte Bekannte und Überraschungen, die mir ein Lächeln aufs Gesicht zauberten, mich staunen ließen und dafür sorgten, dass ich auch Stunden nach dem Film noch mit wohliger Gänsehaut Zuhause sitze und über den Film philosophiere.
In meiner kindlich naiven Phantasie stelle ich mir vor, wie sich die Macher (alle in Star Wars-Shirts und Caps) vor dem Dreh unterhielten, was sie alles für Dinge in den Film packen wollen und sich dabei mit High Fives abklatschten, weil sie das alles richtig cool fanden. 

Wie also kann ich über „Star Wars: Rogue One“ urteilen?
Der Film lässt mich mitfiebern und fühlen, wie damals mit 10 Jahren. Als ich das erste Mal „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ sah und es einen Film später einfach nicht glauben konnte, dass Darth Vader tatsächlich Luke Skywalkers Vater sein soll.
Diese kindliche Begeisterung, dieser offene Mund, dieses Mitfiebern in einem glaubhaften und sich echt anfühlendem Universum und der Spaß beim Zusehen ist es, was „Star Wars: Rogue One“ in meinen Augen wieder aufleben lässt und dafür sorgt, dass ich dem Regisseur Gareth Edwards persönlich die Hand schütteln möchte, um ihm für diesen Film zu danken.

In diesem Sinne: Die Macht ist stark in „Star Wars: Rogue One“!

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