MENÜ

von • 3. April 2012 • Das Leben, Die GedankenKommentare (0)884

Ein Missverständnis voller Vor(ur)teile

Hipster laufen in alten Klamotten rum. Dargestellter Reichtum ist out. Zigaretten werden gedreht und das iPhone höchstens in der Öffentlichkeit gezeigt, wenn Gleichgesinnte um einen rum sind. Aber nie außer acht lassen, dass einem der Besitz irgendwie peinlich ist. Außerdem hören sie alles, was nicht mainstream ist. Total verrückt und das Gegenteilige von Hip. Irgendwie 80er halt. Frisuren bei Typen gibt es höchstens mit Föhnwelle – Anleihen zum „Used Look“ nicht ausgeschlossen. So wie Jeans. Nur auf dem Kopf als Haarstyle. Wer sich noch an die Frisuren aus Beverly Hills 90210 erinnern kann, weiß was ich meine. Frauen tragen ihr wallendes Haar nicht offen, sondern zu einem Dutt mitten auf dem Kopf zusammen geknotet. Letztendlich spielt die Länge der Haare auch nur eine untergeordnete Rolle solange es aussieht, als ob ein lustiges, kleines Tier der Frau auf dem Kopf sitzt. Eine Maus zum Beispiel.
Ein Kaffee to go Becher gehört ins Handgepäck. Wie ein MacBook Air… ist leichter als ein blödes Pro Ding. Windows kommt einem nicht auf den Tisch. Ein Hoch auf die Rebellion!

Es werden Bilder mit dem Titel „Hier“ oder „Jetzt“ (als Variable kann ein Ausrufezeichen dahinter gesetzt werden, um dem verwackelten Bild mehr Ausdruck zu verleihen) auf Twitter & Co gepostet. Man redet total verworren, so dass nur Insider wissen, worum es eigentlich geht. Als ob man zuviel Alkohol getrunken hätte, was in einigen (vielen) Fällen auch so ist. Poesie wird im eigenen Blog hoch und runter gebetet, dass einem Hören und Sehen vergeht. Nur weinen will der Leser in den seltensten Fällen. Höchstens der Schreiberling.
Hipster sein heißt, jung zu sein. Alles über 30 wird draußen gelassen. Denn die über 30 sind Spießer und sowie so nicht cool, sondern nur höchstens reich. Und reich ist doof.
Hipster arbeiten wenn grundsätzlich in Agenturen und haben somit etwas mit Medien zu tun. Neue Medien und so ein Zeug, das generell überall ankommt, wenn man seinen Jobtitel in die Runde wirft. Als ob man ein Fullhouse hat und sein Blatt mit Nachdruck auf den Pokertisch hämmert.
Hipster sind generell stark kurzsichtig. Denn sie brauchen RIESIGE Brillen, um ihre Umwelt wahrzunehmen. Und wenn es nur Fensterglas ist. Zumindest sieht man sie so auf den (meist berliner) Straßen rumlaufen. Und halt in Agenturen.
Anfang/Mitte der 90er waren Jeans angesagt, die nicht blau oder schwarz waren. Grün oder rot musste es sein. Vielleicht auch gelb. Aber das sah dann doch etwas zu stark nach Biene Maja aus. Heute trägt man wieder rote, grüne und sogar diese gelben Jeans. Dabei fällt keinem mehr der Biene Maja Vergleich auf. Genau so wenig, dass man früher für Bärchen- und Blümchen Muster auf Pullovern als Looser betitelt wurde und froh war, auf dem Schulhof keine auf die 12 bekommen zu haben. Heute ist das alles anders. Heute ist das hip.
Und weil man hip ist, macht man Bilder von seinem Schuhwerk. Mit coolem Filter drauf.

Hier & Jetzt(!)

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen