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von • 30. Oktober 2014 • Das Leben, FeaturedKommentare (0)1365

Einmal in die menschlichen Abgründe und zurück: Venus im Pelz #venushh

Vom Kulturbanausen zum „Theater-Kritiker Nummer 1“ – oder so ähnlich.
Denn zum zweiten Mal hatte ich das Vergnügen, einer Premiere im wunderbaren St. Pauli Theater auf der Reeperbahn beizuwohnen.

Eingeladen von Livekritik konnte ich mir nicht nur die Aufführung Venus im Pelz ansehen, sondern auch Fragen an Christine Albrecht (Verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Stücks) richten, die gerne und ausgiebig antwortete.

Zum Beispiel, dass Venus im Pelz am Broadway in New York aufgrund der Vielzahl von sexuellen Anspielungen etwas mehr in „Watte“ gepackt wurde.
Oder dass die Hauptdarstellerin Anika Mauer praktisch von Anfang an erste Wahl für die Rolle der Wanda war.

Es war schön zu sehen, wie begeisterungsfähig Christine Albrecht über das Stück und die Hintergründe berichtete.

Übrigens wurde die Romanvorlage von Roman Polanski verfilmt und mit diversen Preisen ausgezeichnet.

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Worum geht es bei „Venus im Pelz“?

Hierzu folgende offizielle Beschreibung:

Da wagt doch tatsächlich Thomas, einer dieser Macho-Broadway-Regisseure, den 1870 von Leopold von Sacher-Masoch geschriebenen Roman „Venus im Pelz“ für die heutige Zeit zu bearbeiten. Von dem „Erfinder“ des Masochismus geschrieben, wurde das Buch bewundert, verschmäht und stand in Deutschland sogar bis 2001 auf dem Index. Thomas scheitert allerdings schon beim Casting für die Hauptrolle. Keine der 35 Bewerberinnen entspricht seiner Vorstellung. „Zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, mit Brille oder wie eine Nutte.“ Aber dann erscheint Wanda, die zufällig den Namen der Hauptfigur trägt, scheinbar eine abgetakelte Schauspielerin. Doch wer ist diese Frau? Das Vorsprechen beginnt. Mit Humor und Intelligenz, einfach unwiderstehlich, verwickelt sie Thomas mehr und mehr in die erotischen Abgründe seines eigenen Textes. Die Grenzen der Wirklichkeit verschwimmen und ein Kampf der Geschlechter um sexuelle Abhängigkeit und Erniedrigung beginnt.

Was für einige vielleicht im ersten Moment wie eine Erotik/SM-Aufführung klingen mag, ist in Wahrheit ein tiefsinniges, anspruchsvolles und faszinierendes Stück, das von Anika Mauer und Michael von Au getragen wird.

Dabei hat mich insbesondere Anika Mauer von der ersten Minute an in ihren Bann gezogen.
Allerdings nicht aufgrund der Tatsache, dass sie mit sexy Dessous samt Posen auf der Bühne zu sehen ist, sondern vielmehr, dass sie einfach unfassbar gut und glaubwürdig ihre facettenreiche Rolle spielt.

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Power über knapp zwei Stunden

Zwei Stunden lang wird (ohne Pause) über die menschlichen und erotischen Abgründe philosophiert.
Und das nur von zwei Darstellern, die auf der Bühne alles geben.

Was spielend einfach aussieht, ist harte Arbeit.
Umso mehr Respekt habe ich vor einer derartigen Leistung.

Minutenlanger Applaus

Kein Wunder also, dass das Publikum die sichtbar erleichterten Darsteller nach Ende der Vorstellung mit minutenlangem Applaus beschenkt haben.
Die Premiere ist geglückt und ich wünsche den Machern, dass noch viele, viele ausverkaufte Vorstellungen folgen werden.

Wenn du dir ebenfalls das Stück „Venus im Pelz“ im St. Pauli Theater ansehen möchtest, hast du bis zum 08. November 2014 Zeit dafür.

Die offiziellen Spielzeiten:

  • 29. Oktober bis 31. Oktober
  • 01. November bis 02. November
  • 04. November bis 08. November
Beginn: 20 Uhr, So., 2.11. & Sa., 8.11. um 19 Uhr
Weitere Eindrücke über Venus im Pelz findest du auf Twitter unter dem Hastag #Venushh.
Abermals geht mein herzliches Dankeschön an das St. Pauli Theater, das alle Anwesenden „Livekritiker“ herzliches empfang und „Alten und neuen Medien“ Raum zur Entfaltung gab.
Und natürlich genau so vielen Dank an Livekritik für die exzellente Planung und Umsetzung.
Ich freue mich auf weitere Projekte dieser Art!

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