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von • 20. Februar 2014 • Das Digitale, Das Leben, FeaturedKommentare (1)2881

Facebook kauft WhatsApp und die Hysterie regiert

Facebook kauft den Messengerdienst Whatsapp und die Wellen in den sozialen Netzwerken schlagen ähnlich hoch wie damals beim Kauf von Instagram.

Rückblick
Was wurde geschimpft, als Instagram vom blauen Riesen Facebook geschluckt wurde. Meinungen wie „Ich lösche Instagram“, „Datenkrake Facebook“ oder „Ich nutze ab sofort den Dienst XYZ“ machten die Runde.
Und was blieb von diesen Panik-Statements übrig? Nicht mehr, als dass Instagram nach wie vor der mit knapp 160 Millionen Usern größte und damit wichtigste Bildersharing-Service der Welt ist. Tendenz der Userzahlen: stetig steigend!

Nun hat Facebook also auch WhatsApp gekauft. Für 19 Milliarden Dollar. Peanuts!

Ein Einblick in die Vertragsverhandlungen:

Über Nacht wuchs durch die Übernahme die Facebook-Mitgliederzahl von 1.2 Milliarden Usern weltweit auf ca. 1.6 Milliarden an – zumindest in der Theorie. Letztendlich geht es hier in erster Linie darum, die Vormachtstellung in Form von Serviceangebote im Internet zu untermauern. Und das ist Facebook eindrucksvoll gelungen.
Zeitgleich stieg auch die Anzahl an Usern, die nun händeringend einen neuen Service suchen, um wieder „sicher“ Nachrichten hin und her zu schicken.
Vergeben & Vergessen die diversen Sicherheitspannen, Datenlecks und schwammigen Datenschutzbestimmungen bei WhatsApp. Schließlich will jetzt Facebook unsere Daten! Und das ist 1.000x schlimmer als die vergangenen Hackerangriffe und die Tatsache, dass man relativ einfach die Nachrichten anderer mitlesen konnte.

Twitter ist voll von Abwanderungsbekundungen. Facebook auch.
Moment! Facebook?!
Nur zu meinem Verständnis:
Man löscht also eine jetzt zu Facebook gehörige App und teilt das auf Facebook der Welt seinen Freunden seinen Followern mit …

Das ist ähnlich clever, wie nur noch Fleisch von Herstellern zu kaufen, die auf die Verpackung Bilder von glücklichen Tieren drucken. Schließlich sind diese dann sicherlich auch zufrieden und mit einem Lächeln auf den Lippen geschlachtet worden.
Sheldon Cooper, der nicht dafür bekannt ist Sarkasmus zu erkennen, würde das zumindest dahinter vermuten und herzlich darüber schmunzeln.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Es soll natürlich jeder das tun oder lassen, was er möchte!
Aber mehr Konsequenz und Mitdenken fände ich persönlich super. Ja, ich weiß: Das ist häufig genug total schwer und auch total blöd, wo es doch jeder von uns schon schwer genug im Leben hat!
Nur findet ihr es nicht auch ziemlich dumm lustig, wenn man diese Panikmache über den Kauf von WhatsApp auf Facebook verbreitet und währenddessen dieses blaue Monster weiter  – anscheinend unwissentlich – fleißig mit seinen Likes, Profil-Infos, Checkins und Bildern füttert?

Ich behaupte: Durch den Kauf von WhatsApp wird sich nichts spürbares am Nutzerverhalten ändern.
Auch wenn sich die Medien mit Alternativen zu WhatsApp überschlagen.
Auch, wenn einige noch so laut rum heulen.
Auch, wenn Messenger-Alternative vielleicht (zumindest in der Theorie) besser sind.
WhatsApp hat gefühlt jeder auf seinem Smartphone und Facebook hat bereits angekündigt, keine großartigen Änderungen am Dienst vornehmen zu wollen (außer vielleicht hier und da etwas Werbung in Form von Ads anzuzeigen). Ich tippe darauf, dass der Service kostenlos werden wird.

Es kommt bei seinen Followern natürlich viel besser an, wenn man mit tapfer herausgestreckter Heldenbrust und lautem TamTam verkündet, seinen WhatsApp-Account zu löschen … um im gleichen Atemzug auf Facebook persönliche Dinge zu posten. Dafür gibt es schließlich Likes!

Vielleicht sollte man einfach seine persönlichen Gedanken bei Angst vor Datensammlungen in einem guten alten Tagebuch oder in Briefen verewigen. Bringt zwar keine Selbstprofilierung und Bestätigung in sozialen Netzen vor meist wildfremden Leuten – ist aber frei von der Sammelwut diverser Internet-Unternehmen.

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One Response to Facebook kauft WhatsApp und die Hysterie regiert

  1. Jakob sagt:

    Gerüchte gab es ja schon lange vorher, dass eine solche Übernahme erfolgt, aber nach dem Kauf waren doch einige viele sehr überrascht und verärgert. Aus meiner Sicht völlig übertrieben, da bis dahin auch das Thema Datenschutz nicht vorhanden war, über das man sich jetzt letztendlich ärgert. Jeder hat die Wahl zu wechseln und wenn jemand ein Problem mit Whatsapp hat, dann sollte er es kommentarlos machen.

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