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von • 20. Oktober 2010 • Das LebenKommentare (3)2443

Aufwärts abwärts

Zwei Menschen – ein Fahrstuhl. Schweigen. Unangenehmes wohlgemerkt. Starre Blicke gegen die Fahrstuhltüren. „Uff! Noch immer 8 Etagen abwärts. Das kann ja dauern“.

Soll ich jetzt was sagen? Gespräche über das Wetter oder das vergangene Wochenende ziehen ja immer gut. Aber leider ist schon Mittwoch, die Erinnerungen an das vergangene Wochenende verblasst, und über Fußball unterhalten (der letzte Trumpf in der Gesprächseröffnungs-Tasche): nee! Der sieht zu stocksteif aus als dass er jemals die Arme beim Torjubel über den Kopf werfen könnte.

Also doch über das Wetter. „Ganz schön kalt draußen, was?! Der Winter kommt“ und ich merke, wie unglaublich langweilig das ist. Und da anscheinend dem anderen Fahrstuhl-Mitfahrer die gleichen Gedanken wie mir durch die Gehirnwindungen sprangen, antwortet er dankbar mit: „Ja. Der Sommer war aber auch ganz schön kurz“. Punkt!
Pause. Soll man zu derartigen Statements noch etwas erwidern oder sollte man nicht lieber angewidert abdrehen und sich denken „Sind ja nur noch 3 Etagen, die vor mir liegen“? Ich entscheide mich für Alternative 2.

Na super! Jetzt hält der Fahrstuhl auch noch auf der 2. Etage vor dem rettenden Erdgeschoss. Hätte die blöde Kuh, die gerade mit einem aufgesetzten „Hallo“ in den Fahrstuhl stolziert, nicht auch das Treppenhaus nehmen können? Ihrer Figur hätte gut getan! Beim Gedanken daran muss ich mir ein Grinsen verkneifen und denke mir, wie gemein ich doch manchmal sein kann.
Egal! Zum Glück hört ja niemand meine Gedanken. Oder doch? Zumindest ist es so leise hier, dass man selbst die berühmte Stecknadel auf den Boden… ach: lassen wir das!
Nervöses Räuspern bei dem Mitfahrer. Nervöses Zupfen am Blusenkragen bei der Mitfahrerin. Ich denke mir, dass das wahrscheinlich gerade Sex pur bei den beiden in Gedanken sein muss und verkneife mir erneut ein Grinsen. Eigentlich fehlen hier noch berühmte Fahrstuhl-Musik-Klassiker die durch die Boxen scheppert, um das Glück perfekt zu machen. Aber will ich das wirklich sehen? Nein & Nein! Und ich merke erneut, wie gemein ich doch sein kann. Egal!

Erdgeschoss. Die Türen öffnen sich. Endlich raus! *bing*
Und da merke ich, dass ich meine Mappe oben im Büro liegen lassen habe. Also das gleiche Spiel noch mal. Diesmal nur gehts aufwärts! Und mit etwas Glück habe ich so richtig coole Mitfahrer im Fahrstuhl neben mir. „Mit Glück“ und muss über mich selbst lachen während ich den Knopf für die 12. Etage drücke.

httpv://www.youtube.com/watch?v=8CN49Feexb8

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3 Responses to Aufwärts abwärts

  1. Anja sagt:

    Nicht zu viel lachen bitte. Das habe ich gerade schon getan :laugh:

  2. Conny sagt:

    *applausapplaus* :rotfl: häufig genug erlebt. besonders angenehm sind die schlipsträger

  3. Tinchen sagt:

    Jetzt musste ich lachen. Danke!

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