MENÜ

von • 9. April 2012 • Das Digitale, Die GedankenKommentare (0)4010

Instagram heißt jetzt Twix

Instagram. Das stand für mich zuerst für „iOS Exclusive“. Letzte Woche stand es dann für „Endlich auch auf Android verfügbar“. Jetzt für „Aus Raider wird Twix“.
Satte eine Milliarde Dollar lässt dieser lustige, kleine Zuckerberg Kerl springen, um sich Instagram einzuverleiben und mit einem Facebook-Banner zu versehen. Ehrlich gesagt wundert es mich, dass erst jetzt ein Unternehmen solcher Dimensionen Instagram aufkauft.
Seit der Android App dürfte Instagram locker über 30 Millionen User beherbergen. Grob geschätzt dürfte ich mit meinem Account um die 30 US Dollar wert sein.
Zuckerberg ist begeistert von den Sharing- und Like Funktionen in Instagram. Das dürfte er dann bei gefühlten 90 Prozent der Apps auf Smartphones sein.
Unter der Hand sind die Massen an Instagram Registrierungen wahrscheinlich noch viel interessanter als das blöde Herzchen vergeben.

Wie auch immer.
Bevor ich ins gleiche Horn stoße, wie derzeit die Vielzahl an Social Media „Experten“ mit der Meinung „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll“ – hier meine dazu:

Instagram stand für mich für etwas rebellisches. 2 coole Typen stampfen einen simplen aber äußerst effektiven Service aus dem Boden und Millionen User nutzen das Teil. Irgendwie so, wie Mitte der 80er Jahre bei Apple.
Anders als andere. Einfacher als andere. Effektiver als andere. Gegen das Imperium. Für die Rebellion!
Persönlich ist dieser Glanz der „Wir zeigen den Bossen stinkreicher Unternehmen, wie man die Welt rockt“ mit der Übernahme nun dahin. Trotzdem denke ich, dass alle User Instagram solange weiter nutzen, bis sich massiv an dem Service etwas ändern wird.
Klar: jetzt wird rumgeheult, das Ende der Welt beschworen und sowie so ist alles total kacke, blöde und megaaa ungerecht. Bis man morgen dann wieder neue „Ich hab die Haare schön“ und „Hier!/Jetzt!“ Bildchen online stellt und sicher sein kann, dass zig Leute auf den „Gefällt mir“ Button drücken.

Was Facebook mit Instagram über kurze oder lange Sicht anstellt, weiß niemand. Ich bezweifle, ob es Zuckerberg derzeit so ganz genau weiß. Aktuell wollen sie „voneinander lernen“.
Angeblich soll sich über längere Zeit nichts an dem Service ändern. Alles soll angeblich beim Gleichen bleiben.
Über lange Sicht glaube ich nicht dran, dass alles beim Alten bleiben wird. Wer legt schon ein Sümmchen von einer Milliarde US Dollar auf den Tisch, um dann alles so laufen zu lassen wie zuvor? Schließlich kehren neue Besen besonders gut.
Was aus kreativen Unternehmen werden kann, die von Branchenriesen geschluckt werden, zeigt Twitter bei Tweetdeck eindrucksvoll in negativer Sicht. Ob uns Facebook bei Instagram eines besseren belehren wird: da hilft nur das Daumen drücken.

Ich weiß nur eins mit Sicherheit: niemals wieder werde ich auf den „Gefällt mir“ Button in Instagram klicken und dabei nicht an Facebook denken.
Genau so, wie ich nach der Umbenennung von Raider in Twix niemals wieder so frohlockend in einen Karamellkeks mit Vollmilchschokolade ummantelt gebissen habe.

Ähnliche Beiträge

Kommentar verfassen