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von • 13. März 2011 • Das Leben, Die GedankenKommentare (1)1240

Perfektion wird überbewertet

Viele streben nach Perfektion. Nach dem Fehlerfreien. Gibts nicht. Wirds niemals geben. Illusion genommen. Sorry! *möööööp* (war uns allen aber hoffentlich auch schon vorher klar oder?)

Ich kann über mich nicht behaupten, dass ich fehlerlos bin oder den Stein der Weisen zum Frühstück esse. Manchmal kann ich mich auch selbst ziemlich zum Kotzen finden und mir dabei mit Begeisterung in den Hintern treten. Find ich auch gar nicht mal immer so schlimm. Denn die schlecht ruhigen Zeiten bewegen mich zum Nachdenken. Was ich für mich besser machen kann usw.
Häufig genug kommen dann irgendwelche Clous ins Köpfchen, auf die man in guten Zeiten gar nicht gekommen wäre. Warum auch? Schließlich läuft in guten Zeiten ja halt auch alles gut. Und wer will daran schon etwas ändern?
Aber: ich kenne auch meine Stärken. Und darauf bin ich ziemlich stolz und kann meinen Eltern nur danken, mir die mit auf den Weg gegeben zu haben.

Besonders gut sieht man in schlechten Zeiten, wer wirklich zu einem hält oder das Ganze zum Anlass nimmt, aus eigentlich tollen Persönlichkeiten Hanswürstchen zu machen. Verletzlich sein gibt schließlich ne prima Zielscheibe ab (mit nem großen, fetten roten Punkt in der Mitte). Dann liegt es an der Zielscheibe, daraus einen Dauerzustand zu machen oder sich halt zu denken: „Leck mich doch!“.
Ich mag Leute, die mit mir durch Dick & Dünn gehen. Auch wirkliche Freunde genannt. Die, die die Motivation beherrschen und Arschtritte gezielt ohne bleibende blaue Flecken mit Offenheit und Ehrlichkeit einsetzen.

Letztendlich sollte man bei allem nicht an erster Stelle den anderen, sondern sich selbst hinterfragen. Ein wirkliches Eingestehen von Fehlern nach dem Motto „Da hab ich echt scheiße gebaut!“ gibts viel zu selten. Dabei empfinde ich es, trotz aller schmerzlichen Selbsterkenntnis, befreiend, wenn einfach mal nach einer von Grund auf ehrlichen „Entschuldigung“ auch herzliche Taten folgen. Wenn man an die richtigen Person gerät, wird er/sie die Entschuldigung annehmen. Manchmal ist es bis dahin auch ein Prozess.
Aber letztendlich ist es in der heutigen Gesellschaft, bei aller suchenden „Perfektion“, anscheinend abhanden gekommen: das ehrliche Eingestehen von Fehlern. Dadurch würde man halt wieder die Schwäche zeigen, die einen verwundbar macht. Und vor allem: man müsste sich im ersten Schritt ernsthaft und schonungslos mit sich selbst auseinandersetzen. Ach herrje!
Umso lohnenswerter, wenn sich zwei wieder auf einer Ebene begegnen, die frei von Anschuldigungen und falschem Stolz ist. Weil der aufrichtig Eine sagt und der offene Andere ehrlich sieht.

Häufig hab ich mich über mich selbst amüsiert, wenn ich einfach mal Dinge getan habe, die nicht unbedingt alltäglich sind. (Hey: über sich selbst lachen können ist ein Seegen!) Sei es, in der Nacht von München nach Kiel mit dem PKW völligst übermüdet zu cruisen, einige wenige Stündchen an einem Geburtstag in Stuttgart teilzunehmen (Hinfahrt: 6 Stunden. Rückfahrt: 6 Stunden) oder spontan um 4 Uhr morgens zu den Landungsbrücken zu fahren. Solange die Begeisterungsfähigkeit mit am Start ist, sind dem (positiven) Unfug in kleinen oder großen Mengen keine Grenzen gesetzt. Aber auch hier macht allzu häufig das „Hätte/Wäre/Wenn?“ dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Nicht immer ist verrücktes Blödzeugs gepaart mit Begeisterung von befriedigendem Erfolg gekrönt. Aber hey: wenigstens hatte ich dann Spaß an der Sache bis dorthin. Und das ist doch die Hauptsache!
Übrigens bin ich dafür, dass dieses überdrüssige Hätte, Wäre und Wenn aus dem Wortschatz und der Gedankenwelt gestrichen wird.

Ich für meinen Teil sage: ich bin nicht perfekt. Will es gar nicht sein und erwarte das auch nicht bei den Leuten, die mir vor der Nase rumtanzen. Ich denke, dass ich meine Stärken und Schwächen ganz gut überblicken und einschätzen kann und stetig an meiner einer arbeite. Wenn mir jemand aus meinen Schwächen nen Strick drehen will: go for it!
Abschließend sei festgehalten:
Jeder Mensch ist eine Art Torte. Der Eine hat mehr verschiedene Schichten in dieser großen Torte – der andere weniger. Und jeder dieser Schichten schmeckt unterschiedlich. Von herrlich süß bis klebrig bitter. Die Frage ist: sind genügend süß leckere Schichten in der Torte drin damit es sich „lohnt“ sich durch die klebrig bitteren zu futtern, oder nicht?

Peace & Rock on

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One Response to Perfektion wird überbewertet

  1. Jasmin sagt:

    Wer möchte schon etwas perfektes im Leben? Leute die meinen sie wären perfekt, finde ich persönlich unsympathisch, anstrengend und extrem nervig. Danke für deine wahren Worte :dog:

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