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von • 12. Oktober 2010 • Alte ZeitenKommentare (0)1574

Schnee

Ich liebe es, im Schnee spazieren zu gehen, wenn gerade Frau Holle ihre Betten ausschüttelt.

Die braun/grüne Hülle der Natur wird von einem weißen Mantel überdeckt. So als ob die Geheimnisse darunter niemals wieder zum Vorschein kommen sollen.
Alles ist so herrlich gedämpft. Alles wirkt als ob die Zeit langsamer läuft. Es ist fast als wenn alles flüstert oder den Atem anhält.
Das Einzige was man schemenhaft hört ist der Schnee, der unter den Füßen knirscht.
Die eigenen Fußspuren im Schnee – der erste Mensch, der diese Fläche betreten hat. Und im nächsten Augenblick werden sie von Schneefloken bedeckt und geraten in Vergessenheit.
Der Blick gen Himmel gerichtet, um den Tanz der Schneeflocken mitzuverfolgen. Zu viele, um auch nur eine einzige Flocke auf dem Weg zur Erde zu begleiten.

Auf der einen Seite ist es befremdlich, auf der anderen Seite vertraut – doch immer wieder einmalig.
Die Kälte, die einen wissen lässt, noch zu leben.
Die laufenden Nasen und das häufige Nase hoch ziehen.
Kindheitserinnerungen, die geweckt werden. Ein schelmisches Grinsen im Gesicht, wenn man einen Schneeball formt…

In solchen Momenten steht die Zeit still.

Und sobald wieder Wärme in die Welt zieht und das frei gibt, was unter dem Schnee lag? Dann ist es so als ob alles nur ein schöner Traum gewesen ist, der nie Wirklichkeit war. Nichts weist mehr darauf hin, welche Magie die Menschen für kurze Zeit umgab. Egal, wie sehr man auch an dieser festhalten wollte.

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