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von • 10. November 2012 • Die Gedanken, Die TweetsKommentare (1)1066

Sei dein eigener Entertainer

In den letzten Monaten fällt mir auf Twitter immer stärker der Trend auf: „Folgst du mir nicht, folge ich auch dir nicht mehr“. Ich stelle mir dann immer vor, wie der entsprechende Twitterer trotzig auf den Unfollow-Button drückt und sich dabei denkt: „Dir habe ich es jetzt aber gegeben, du arroganter Sack!“.
Es kann natürlich auch daran liegen, dass die eigenen Tweets an Qualität verlieren und sich deshalb der geneigte Follower ein „Ach nööööö“ denkt und das Weite sucht.
Oder aber der Follower merkt, dass die/der Angebetete in einer Beziehung ist. Und schwups sind die Pläne dahin, Twitter als Datingbörse zu missbrauchen. Also fix entfolgen, damit das ehemals total gutaussehende Avatar nicht weiter in der eigenen Timeline stört.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass man täglich nicht zig Tweets in die TL pustet, weil man auch ein Real Life und damit bessere Dinge zu tun hat. Unmöglich so etwas! 40+ Tweets pro Tag sind ja wohl nicht zuviel verlangt.

Das alles sind natürlich nur Vermutungen und niemand kann beweisen, dass es stimmt. Und genauso wenig kann man das Gegenteil beweisen.
Ich für meinen Teil denke mir: Ich bin nicht auf Twitter, um andere kostenlos und in einer XY Frequenz durch Tweets zu entertainen, um einigen über die Langeweile hinweg zu helfen oder damit zu prahlen, wie geil ich doch bin.

Ich lese einige sehr gerne auf Twitter. Weil sie mir zum Beispiel aus dem Herzen sprechen bzw. auf mich einen sympathischen Eindruck machen. Ich erwarte von keinem dem ich folge, dass jeder Tweet ein Treffer in Form eines 50+ Favs ist. Ich entfolge nicht, weil jemand eine kurze oder lange Zeit nichts von sich lesen lässt. Ich suche noch nicht mal das Weite, wenn irgendjemand auf Wolke 7 schwebt, Liebeskummer, eine Krise oder schöne Zeit hat. Der Twitterer darf sogar die „Frechheit“ besitzen, mich nicht mindestens 1x im Monat zu empfehlen oder durch einen Fav zu huldigen.

Ich nutze Twitter nicht als Sammelbörse wildfremder Menschen, denen ich mit irgendwelchen Emotionen entgegen trete. Entweder mag ich dort aus irgendwelchen Gründen jemanden gerne lesen oder nicht. Wenn ich einem Twitterer folge, dann erwarte ich im Gegenzug nicht, dass er das ebenfalls bei mir tut. Mich braucht nicht jeder einzelne Tweet aufs Beste unterhalten oder informieren.
Manchmal stelle ich mir die Frage, ob das „damals“ auch so war. Diese indirekte Erwartungshaltung, zurück zu folgen – und wenn nicht, ist man wieder weg.
Entweder werde ich zu alt oder aber andere zu unreif für den Scheiß. Keine Ahnung! Ehrlich gesagt, ist es auch nicht meine Absicht, dem Ganzen näher auf den Grund zu gehen, weil ich anhand dieses Beitrags eh schon viel zu viel Energie damit verschwendet habe.
Letztendlich: Sei dein eigener Entertainer und erwarte nicht von anderen, es für dich zu sein.

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One Response to Sei dein eigener Entertainer

  1. costella sagt:

    Treffender hätte man es nicht sagen können!

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