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von • 27. November 2016 • Die FilmeKommentare (0)3844

Sing – Die Casting-Show des Jahres!

Bevor die Stimmbänder geölt werden: Hier noch ein kleiner Hinweis.
Dieser Beitrag stammt von der wunderbaren @im_wunderland, die mich auf eine Presse-Vorstellung des Films „Sing“ mitnahm und nun an dieser Stelle ihre Meinung zum Besten gibt. 

Ein Animationsfilm der pünktlich zur (Vor-)Weihnachtszeit in die Kinos kommt, eine Casting-Show plus den großen Traum vom Singen thematisiert und dazu noch in einer Welt spielt die komplett von Tieren bevölkert wird („Zoomania“, ick hör Dir trapsen …) klingt nicht gerade innovativ, oder?

Na wie gut, dass sich so manch erster Eindruck eben NICHT bestätigt, denn was die Jungs und Mädels von Illumination (die übrigens auch die Schöpfer der großartigen Minions sind) hier auf die große Leinwand bringen, verdient eine ganz reelle Chance auf die Gunst der Zuschauer – und zwar völlig zu recht!

Jetzt aber: Spotlight an, Bühne frei und Vorhang auf für …SING!

Die Story

Dank seines Vaters schnupperte Koala Buster Moon schon als kleines Bärchen magische Theaterluft, weshalb er bereits in jungen Jahren den berühmten „Brettern, die die Welt bedeuten“, verfiel.

Kein Wunder also, dass er das Lebenswerk seines alten Herrn fortführt und absolut alles für die Erhaltung des eigenen geliebten Theaters tun würde. Dumm nur, dass viele sich einfach nicht mehr für die große Kunst der Bühnenstücke interessieren, weshalb keine Zuschauer Schlange stehen – sondern Gläubiger.

Mit einer großen Casting-Show will Buster Moon nun endlich wieder Leben auf die Bühne und Schwung in seine Kasse bringen, was ihm scheinbar auch gelingt. Seine Flyer verbreiten sich überall in der Stadt, weshalb ihm die potentiellen, neuen Superstars fast die Tür einrennen.

Alle mit der Hoffnung auf eine große Karriere, alle mit der Hoffnung auf das große Preisgeld … was, großes Preisgeld? Ja, dank eines Tippfehlers. 

Doch noch weiß das niemand. Am allerwenigsten Buster Moon selbst ….

Schema F? No way! 

Eigentlich hätte SING auch ein 08/15-Animationsfilm nach dem berühmtem Schema F sein können, doch zum Glück weiß er an genau den richtigen Stellen zu überraschen.

Nicht nur die Auswahl der Tierrassen, sondern auch deren Charaktere sind absolut perfekt getroffen. 

Koalabär Buster (im Original gesprochen von: Matthew McConaughy/dt. Stimme: Daniel Hartwich) und seine charmant-verwirrte Chamäleon-Assistentin Mrs. Crawley sind als Team so schrullig wie brillant, was hauptsächlich aber wohl an der liebenswerten Tattrigkeit der älteren Lady liegt. Auch sie glaubt an Busters Idee und ist stets mit vollem Herzen und wachen Augen (naja .. meistens. Wenn nicht gerade wieder eins fehlt ..) bei der Sache.

Teeny-Gorilla Johnny (Taron Egerton/Patrick Baehr) hat nicht nur eine fantastische Gesangsstimme, sondern auch gehörig die Nase voll – aber nicht vom Singen, sondern von seiner Familie. Diese verbringt ihre (Frei-)Zeit nämlich lieber mit kriminellen Machenschaften und lässt nichts unversucht, Johnny ebenfalls mit dem Ganoven-Virus zu infizieren. Musikalisches Talent? So etwas liegt leider weit außerhalb ihres Horizonts.

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Auch Stachelschwein-Punkerin Ash (Scarlett Johansson/Stefanie Kloß) kann (im wahrsten Sinne des Wortes) ein Lied davon singen wie es sich anfühlt, verkannt und missachtet zu werden. Jahrelang stand sie in dem gemeinsamen Punk-Duo mit ihrem Freund immer in dessen Schatten und „wagte“ sie es tatsächlich mal aus dieser Rollenverteilung auszubrechen, bekam von ihrem Boyfriend sofort die Stacheln. Natürlich nur verbal.  

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Gunter allerdings, ist eine wahre Rampensau oder besser gesagt Rampeneber, und macht keinerlei Hehl daraus, das auch jedem zu beweisen. Seine „Bad Romance“-Performance würde selbst die Kinnlade von Lady Gaga persönlich Richtung Boden bewegen. Na, wenn das mal keine ernstzunehmende Diven-Konkurrenz wird?

Vom Diva-Dasein ist die 25-fache Ferkelmama Rosita (Reese Witherspoon/Alexandra Maria Lara) so weit entfernt wie Johnny’s Familie vom Spießbürgertum, denn sie wuppt nicht nur das tägliche Haushalts- & Kinderchaos ganz allein, sondern muss auch noch ihren stets überarbeiteten, desinteressierten Ehemann ertragen, der sie fast gar nicht mehr als SEINE Frau wahrnimmt. Doch wieviel Power, Willenskraft und vor allem Talent wirklich unter ihrer Schürze schlummert … heidewitzka!

Das schüchterne Elefantenmädchen Meena (Tori Kelly/Maximiliane Häcke) dagegen würde die Welt wirklich gern mit ihrem Gesang beglücken, was auch ihre ganze Familie einfach großartig fände. Doch leider gibt es etwas, das noch viel größer ist als ihr Talent und Family-Support zusammen: Ihr Lampenfieber. Ein echtes Dilemma …

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An Selbstbewusstsein mangelt es dem leidenschaftlichen Frank Sinatra-Imitator Mike (Seth MacFarlane/Klaas Heufer-Umlauf) keineswegs, ganz im Gegenteil! Um ihn unsicher zu machen, braucht es schon mehr als ein weltweites Publikum – eine unberechenbar gefährliche Truppe russischer  Krawallbären, zum Beispiel. 

Sie alle nehmen uns in den fast zwei Stunden des Films auf kleine Kurztripps in ihre ganz privaten Geschichten mit und bilden somit ein wunderbares Ensemble, dass sich in die Herzen der Zuschauer singt.
Und wie! 

Seinem Titel wird der Film nämlich zu 100, nein, 110 % gerecht! Die großartige Songauswahl ist so passend auf die jeweiligen Akteure abgestimmt, dass es einen sofort mitreißt und an manchen Stellen auch nicht gerade ruhig im Kinosessel sitzen lässt. Garantiert! 

Und auch wenn man vielleicht schon zu Beginn des Filmes meint, sein Ende erahnen zu können – die ein oder andere (große) Überraschung lässt nicht lange auf sich warten!

Fazit

(Vor-)Weihnachtszeit hin oder her, SING ist wirklich ein toller Kinospaß mit Starbesetzung, der begeistert. Und auch wenn wir selbst nicht genau sagen können, was genau ihn von all den anderen Animationsfilmen unterscheidet und so besonders macht – es ist einfach da und trifft die richtigen Noten, zur richtigen Zeit! 

Chapeau!

 

▶︎ Sing startet ab dem 8. Dezember 2016 in den deutschen Kinos. 

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