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von • 24. Mai 2018 • Die Filme, FeaturedKommentare (1)172

Solo: A Star Wars Story – Meine Meinung als Star Wars Fan

Da saß ich also am 23.5. für ca. zwei Stunden in einem UCI-Kino, während Solo: A Star Wars Story auf der Leinwand lief. 
Seitdem sind ein paar Stunden vergangen und die ersten Emotionen habe sich gelegt.
Bevor ich aber wichtige Dinge vergessen (oder aus meinem Kopf verdrängt habe), tippe ich sie lieber schnell runter. 
 
Hier also meine spoilerfreie Meinung zu Solo: A Star Wars Story. 

Starten wir erstmal bei den Charakteren, denn bei einem Star Wars Film kommt es besonders auf diese an.
Und mit Han Solo haben wir es schließlich noch mit einem echten Schwergewicht in diesem Universum zu tun. 
 
Han Solo (Alden Ehrenreich)
Bei ihm hatte ich permanent das Gefühl, dass er sich in dem starren Mimik- und Gestik-Korsett vom Original bewegen musste. Das wirkte auf mich teilweise hölzern. Schade, denn ich glaube, dass er mehr drauf hat, als er in diesem Film zeigt. Aber da hätten die Disney-Handschellen wahrscheinlich schneller „Klick“ gemacht, als er hätte „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl“ sagen können. 
 
Chewie (Chewbacca)
Er ist da, er macht die Laute, die man von ihm erwartet und das war es dann halt auch schon.
Ach ja: Sollte sich jemand wirklich jemals ernsthaft gefragt haben, wie sich Chewie und Han kennengelernt haben, der darf sich freuen, denn hier wird er es erfahren.
 
Lando (Donald Glover)
Für mich einer der Lichtblicke in dem Film, denn der Schauspieler hat es verstanden, dem Charakter Leben und Charme einzuhauchen. Kein Wunder, dass es Gerüchte über einen Lando-Film gibt – den zumindest ich aber nicht gesehen haben muss.
 
Kira (Emilia Clarke)
Jedes Mal, wenn ich sie sah, dachte ich mir „Ruf endlich deinen Drachen!!!“.
Durch diesen Charakter wollten die Macher der ganzen Story etwas wie Tiefe und Drama geben. Es bleibt aber letztendlich beim „wollten“, da die Darstellerin durch die massive Game of Thrones Präsenz in den Köpfen einfach nicht so recht ins Star Wars Universum passen will. Hinzu kommt, dass ich den Eindruck hatte, dass die Verantwortlichen selbst nicht so genau wussten, was sie mit dem Charakter eigentlich genau anstellen sollen.
 
Backett (Woody Harrelson)
Ich schätze den Schauspieler und mag ihn wirklich sehr gerne sehen. Aber bitte nicht in Filmen, die „Star Wars“ im Titel tragen!
Da passt er nicht rein. Da wirkt er nicht. Und das, obwohl sein Charakter gefühlt die Hauptrolle spielt. 
Es scheint so, dass die Macher durch große Namen glänzen mussten, um so noch mehr Leute in den Film zu locken. 
 
Dryden Vos (Paul Bettany)
Ein neuer Bösewicht im Star Wars Universum! Dargestellt von Mr. Bettany, der derzeit auch als Vision in Avengers: Infinity War zu sehen ist. Und ähnlich wie bei Harrelson, wirkt er hier für mich einfach deplatziert, weil nicht in das Star Wars Universum passend. Das liegt aber nicht an seinem Schauspiel, sondern weil er mir derzeit noch zu sehr als „Vision“ im Gedächtnis hängt. 
 
L3-37 (Phoebe Waller-Bridge)
Das Gesetzt will es, dass in jedem Star Wars auch Roboter eine Rolle spielen, um für Witze zu sorgen. So auch hier.
Mich erinnerte T3 an Amy aus The Big Bang Theory. Wer sich den Film anschaut weiß spätestens dann auch, warum.
 
Jetzt aber genug über den Hauptcast!
Aus Spoilergründen werde ich nicht auf die Story eingehen. Daher folgen noch ein paar Dinge, die mir während des Films aufgefallen sind.
 
Ich erinnere mich bei allen bisherigen Star Wars Filmen die ich im Kino gesehen habe (also alle), dass das Publikum wie gebannt auf die Leinwand schaute.
Bei Solo: A Star Wars Story gingen Leute laufend aufs Klo, schauten auf ihre Smartphones oder auf die Uhr. Irgendwie wirkte das Publikum (mich eingeschlossen) sehr unruhig. 

Das mag an der für meine Ohren sehr nervigen und pausenlosen Musik oder an der dahinplätschernden Story liegen, die einfach beliebig ist und nicht vermag, den Zuschauer in den Kinosessel zu pressen. 

Cool wäre es gewesen, wenn man erzählt hätte, wie Han Solo Jabba the Hutt betrogen hat, so dass er ihn auch noch Jahre später verfolgt und schließlich in Karbonit gefroren in seiner „Räuberhöle“ ausstellt. So hätte man auch einen echten Bezug zu den anderen Star Wars Teilen gehabt. Ähnlich, wie in Rouge One. 
Aber auf mich hört ja keiner. 

Ich erwarte übrigens auch kein Logik-Feuerwerk in einem Star Wars Film. Schließlich wurde Frodo auch nicht einfach zum Schicksalsberg von einem Adler geflogen, um den Ring ins Feuer zu werfen. 
Aber warum in aller Welt transportiert man wertvolle Ware lahmarschig und kompliziert in einem futuristischen Zug (einem ZUG!!! *doppelfacepalm*), anstatt sie einfach mit einem Raumschiff zum Zielort zu fliegen? 
Hier wirken viele Ideen einfach auf mich seltsam uminspirierend. So, als ob die Macher selbst nicht so genau wussten, warum sie jetzt den Film hier machen. 
Als schließlich der Abspann lief, hatte ich das Gefühl, dass die meisten einfach nur aus dem Kinosaal wollten. Es gab übrigens auch keinen Applaus. 
Und das, bei einer Star Wars Preview …

War denn wirklich alles so schlecht?
Solo: A Star Wars Story ist für sich als reinen Actionfilm betrachtet, guter Durchschnitt. Es gibt genügend spektakuläre Action, witzige Sprüche und große Explosionen. Wer also in den Film geht, um sich einen Action- und keinen Star Wars Film anzuschauen, der wird sicherlich auf seine Kosten kommen. 
Wer das typische Feeling eines Star Wars Films inhalieren möchte, der ist bei Solo in meinen Augen falsch und wird ähnlich enttäuscht das Kino verlassen, wie bei mir der Fall. 

Mein Highlight des Films ist übrigens jemand, der über die gesamte Länge nicht zu sehen, sondern zu hören ist:
Der Synchronsprecher vom jungen Han Solo.
Er klingt in meinen Ohren so, wie sein großes Original Wolfgang Pampel (Synchronsprecher von Harrison Ford). Nur halt in jung. Super! 

Mein Fazit

Der Film verkommt für mich als Star Wars Fan zu einem Millennium Falken, der trotz diverser Schläge gegen die Armaturen einfach nicht in den Hyperantrieb wechseln möchte.
Mir fehlt dieses nicht in Worte zu pressende Gefühl, einen Star Wars Film zu schauen samt kindlicher Begeisterung. 

Hier ist es gut, dass Solo „Star Wars“ im Namen trägt, denn sonst hätte ich geglaubt, dass es nur um einen x-beliebigen Actionfilm handelt. 
 
Meine Wertung: ☆☆⭐⭐⭐︎
StarWars-Fans können noch einen Stern abziehen.
 

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One Response to Solo: A Star Wars Story – Meine Meinung als Star Wars Fan

  1. René sagt:

    Hallo..
    Wie Han Solo und Chewie sich begegnet sind wird hier auch komplett falsch dargestellt.
    Wenn sich die Disney Idioten nur mal 1 oder 2 Bücher aus dem Star Wars Imperium angeschaut hätten, wäre selbst bei einem blinden Regisseur etwas besseres entstanden als dieser Müll.

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