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von • 29. Juli 2012 • Die Gedanken, Die MusikKommentare (0)891

Sonntagsgedanken

Früher fand ich Sonntage noch schlimmer als Montage. Nichts los auf den Straßen. Keine Geschäfte auf und überhaupt war alles langweilig und öde.
Heutzutage entwickelt sich der Sonntag zu meinem heimlichen Buddy. Mit gutem Gewissen den Tag mit Nichtstun verschwenden, im besten Fall klatschen draußen Regentropfen auf den Blättern Applaus für diesen Umstand. Ruhigen Gewissens abschalten ohne den Glauben daran zu haben, dass man draußen unfassbar viel verpassen würde, wenn man jetzt nicht seine sieben Sachen packt, um die Welt unsicher zu machen – und später wieder mit Eindrücken nach Hause kommt, dass man vieles davon hätte auch gar nicht mitbekommen brauchen.
Das wunderbare Gefühl, an diesem Tag an der Wichtigkeit seiner Aufgaben nicht gemessen zu werden.

Sonntag. Twitter ist voller „Morgen ist Montag“ Tweets. Vorher gibt es mindestens genau so viele „Die  Sendung mit der Maus“/„Shaun!“ Beiträge.
Zeit genug, sich durch die Weiten seiner Musiksammlungen zu buddeln. Und während Perlen der Musik an das Trommelfell anklopfen, besuche ich lesenswerte Blogs, lese und lasse den Blick guten Gewissens nach unten gerichtet, weil ich „da oben“ heute eh nichts verpasse.
Ungewohnt, mal nicht auf 100 Prozent laufen zu müssen. Ungewohnter, sich einfach mal so die Zeit zu nehmen, um nicht sein iPhone sondern seinen eigenen Akku etwas Pflege zu gönnen.
Der Montag kommt schon früh genug. Gefolgt von dem Wecker, der einen aus dem Seelen-Schonprogramm reißt. Montag oder auch „Es ist soweit! Es ist soweit! Der Rest ist eine Kleinigkeit“.
Der Overkill in Form der Medienüberflutung, des Straßenlärms und der Massen an fremden Augenpaaren die man beiläufig mit der Gewissheit anschaut, dass man das bei den meisten nur genau ein einziges Mal in seinem Leben tut.

An Tagen wie diesen, an denen man mit hinter dem Kopf verschränkten Armen in den Himmel schaut und alles andere ausblenden kann. Wo das eigene Denken nicht durch äußere Dinge gesteuert werden sollte. Als wenn man am Strand steht und Richtung Meer schaut. Nichts, was die Weite in ein Korsett aus Verpflichtungen, Aufgaben und schnelllebiger Zeit steckt und das Atmen häufig schwer genug macht.

Ein Tag der anderen Tage.

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