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von • 14. Juni 2012 • Das Leben, Die GedankenKommentare (0)751

Wenn Bruce Wayne im Supermarkt einkaufen wäre

[white_box]Kurz nach 18:30 Uhr. Feierabend. Nur noch schnell ein paar Einkäufe machen.
Ab in den nächstgelegenen Edeka, Chips, Nudeln (im Angebot = Schnäppchen!)  und eine leckere Tomatensoße (auch im Angebot) gekauft. Eilenden Fußes Richtung Kassen.
Erster Eindruck: sieht leer aus. Leer entspricht gleich Guuuuuut aber ich entschließe mich, meine freudige Erregung über soviel Glück erstmal für mich zu behalten. Ich entscheide mich für Kasse 1. Nur 3 Mädels mit wenig Einkäufen vor mir. Perfekt![/white_box]

Bis hierhin war meine Welt noch in Ordnung. Doch dann hätte selbst der Joker mit Batman so etwas wie belustigendes Mitleid gehabt. Denn als Mädel Nummer 1 an der Kasse mit ihrer Mastercard zahlen wollte, brach das Chaos in Gotham City/Hamburg aus.
Ein lautes *PIIIIIIEP* und die Info der Kassiererin, dass die Karte nicht akzeptiert wird.
Kann mal passieren. Meistens dann, wenn die Karte keine Deckung aufweißt. Aber man will ja schließlich nichts unterstellen.
Leider verstand das Mädels Nummer 1 kein Deutsch sondern nur Englisch. Diese Sprache beherrschte aber die Kassierin wiederum nicht. Blöd!
Also bot sich Mädel Nummer 2 in der Schlange an, die Übersetzerin zu spielen. Fand ich ja nett.
Mädel Nummer 2 erklärte Mädel Nummer 1 in der Einkaufsschlange also, dass die Karte nicht akzeptiert wird, worauf Mädel Nummer 1 nur wiederholte: „Can you try again?“.
Die Kassiererin probiere es daraufhin noch mal und das Lesegerät quittierte den weiteren Versuch abermals mit einem lauten *PIIIIIIEP*.
Gleiches Spiel noch mal: „Can you try again?“ – Kasse: *PIIIIIIEP*
Gleiches Spiel noch mal: „Can you try again?“ – Kasse: *PIIIIIIEP*
Gleiches Spiel noch mal: „Can you try again?“ – Kasse: *PIIIIIIEP*
(und kein Spaß)
Gleiches Spiel noch mal: „Can you try again?“ – Kasse: *PIIIIIIEP*
Das Spektakel dauert schätzungsweise 5 Minuten, während die Schlange hinter mir immer länger wurde.
Aber die Kassiererin hatte die Ruhe weg und bot Mädel Nummer 1 an, das Ganze einfach an einer anderen Kasse auszuprobieren, was Mädel Nummer 2 umgehend ins Englische übersetzte. Gesagt – Getan! Auf mit der Mastercard zu einem anderen Kartenlese-Gerät. Aber nicht nur sie, auch die Super-Kassiererin.
Weitere 5 Minuten später kamen beide (nachdem sie anscheinend alle Edeka Kartelese-Geräte ausprobiert hatten) zurück an die alte Wirkungsstätte. Und kein Witz: erneut die Frage „Can you try again?“.
Spätestens ab diesem Moment machte sich bei mir Kopfkino breit. Andere würden jetzt vielleicht Mädel Nummer 1 genervt den Einkauf spendieren, damit die ganze Sache endlich ein Ende hat..aber wäre ich Bruce Wayne, würde ich gleich den ganzen Edeka-Schuppen kaufen, um

  1. ihr die MasterCard in den Allerwertesten zu schieben
    und
  2. die Kassiererin mit einer neuen „Auffüllen!“-Mission wieder in Richtung Regale schicken.

(Ihr spürt meinen leichten Hauch von Zorn, während ich diese Zeilen tippe?)  Als ich mir die Frage “Can you try again?” wieder und wieder und wieder anhören durfte, hatte dieser „Hauch“ in etwa die Kraft, mit der ein Elefantenfuß auf eine Mücke tritt. Meine Geduld? Die befand sich scheinbar ebenfalls unter dem Elefantenfuß und war dementsprechend platt und ausgelatscht wie eine Flunder.
Dann fragte Mädel Nummer 1, ob sie ein paar Sachen von dem Einkauf zurück geben kann (Mädel Nummer 2 übersetzte immer noch fleißig), was die Kassiererin natürlich nur allzu gerne tat. Bei einem Einkaufswert von knapp 3 Euro erneut (na: welche Frage wohl?) ein “Can you try again?”. Spätestens jetzt hätte ich sonstwas dafür gegeben, Batman zu sein, sie an mich ranzuziehen und ihr mit heiserdunkler Stimme “Ich bin Batman. Und nein: kannst du nicht! Und jetzt schwing deinen Arsch hier raus” zu sagen.
Aber siehe da: meine Vermutung, dass die MasterCard wahrscheinlich nicht von Daddy mit Euros gefüllt wurde, bestätigte sich. Denn bei 3 Euro machte das Kartenlese-Gerät keinen *PIIIIIIEP* mehr. Kann aber auch daran liegen, dass das Gerät nicht mehr derartig vom „Karte rein – Karte raus“ vergewaltigt werden wollte.

Und ich? Mein dicker Hals begleitete mich auf dem Weg nach Hause. Aber dafür gab es dort Nudeln mit leckerer Tomatensoße, die beide im Angebot waren… ich musste lang darauf warten.

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