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von • 4. August 2012 • Das Leben, Die PhotosKommentare (3)1198

Wir waren sowas wie Helden

[yellow_box]Datum: 03.08.2012
Ort: Außenalster/Hamburg
Grund: Olympische Firmen-Sommerfest-Spiele
Sportart: Drachenboot-Rennen
Startschuss: irgendwas zwischen 16 und 18 Uhr[/yellow_box]

Jedes Jahr veranstaltet mein Arbeitgeber nicht nur eine spaßige Weihnachtsfeier, sondern auch ein ebenso spaßiges Sommerfest. Diese stehen unter irgendwelchen Mottos, damit nicht nur das Essen, Trinken, Tanzen und Quatschen im Vordergrund steht.
Dieses Jahr fiel das Sommerfest ins Wasser. Genauer gesagt in Drachenboote, die wir in diversen Firmen-Teams auf der Alster ins Rennen geschickt haben. Witziger Weise gab eine Frau bei uns im Boot an der großen Trommel den Takt vor und erklärte uns mit einer „engelsgleichen“ (leicht hysterisch motivierten) Stimme, was wir jetzt hier überhaupt auf dem Wasser in dem Drachenboot tun sollen. Durch sie konnten wir Männer an Bord auch gleich lernen, dass man immer auf die Frauen hören soll … oder so. Zum Beispiel, wie man rhythmisch bis 10 zählt und locker flockig die Paddel möglichst synchron ins Wasser sticht.
Dabei haben wir uns anscheinend so gut angestellt, dass nicht nur unter uns Wasser war, sondern das auch in Form eines Wolkenbruchs von oben auf uns einprasselte. Unsere Trommlerin hatte zum Glück eine Regenjacke dabei – wir nicht.
Macht nichts! Denn wir fühlten uns wie waschechte Wikinger, die gerade Kap Hoorn unsicher machen. Die diversen Schaulustigen mit Regenschirmen am Ufer beschimpften wir dabei als „Elende Landratten“.

Nachdem wir also eine gefühlte Stunde mehrmals von Außen- zur Binnenalster und zurück paddelten, dabei unsere Oberarm-Muskulatur stählten und eifrig das Bis-10-Zählen verinnerlichten, waren wir soweit, die anderen Drachenboote in Grund und Boden zu fahren – auch wenn der Gedanke denkbar verlockend war, sie einfach wie beim Auto-Scooter aus dem Weg zu räumen. Insgesamt 2 Durchläufe mit jeweils 3 Drachenbooten gab es zu bestreiten.

[blue_box]Vorrundenrennen:  „Are you ready?“ „Attention“ „Go!
Los ging es mit dem athletischen Paddeln unter wildem Trommeln, welches anscheinend so hochgradig professionell war, dass wir innerhalb kürzester Zeit die anderen zwei Drachenboote deutlich abgehangen und als erste ins Ziel kamen. Ein Raunen war rund um die Alster zu hören, als wir stolz unsere Paddel gen Regenwolken streckten.
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Aber Verschnaufen war noch nicht, denn das Entscheidungsrennen stand an. Jetzt ging es um alles! Wir alle waren im „Tunnel“. Zumindest bildeten wir uns das ein, weil das ja auch irgendwie professionell klingt. Erneut steuerten wir unser Drachenboot an die Startlinie.

[blue_box]Finalrennen:  „Are you ready?“ „Attention“ „Go!
Wieder das wilde Trommeln und Anfeuern der Sklaventreiberin, was soviel hieß wie: „Entweder paddelt ihr rhythmisches kraftvoll durch die Alster oder ihr werdet hier alle einen elendigen und qualvollen Tod sterben!“. Ansporn genug für uns, noch mal ordentlich Gas zu geben und erneut als DEUTLICHE Nummer 1 ins Ziel zu gehen. Wenn Drachenboot-Rennen eine olympische Sportart wäre: Wir hätten einen neuen Doppelrekord aufgestellt! Zum einen für die schnellste Siegzeit weltweit. Zum Anderen als nasseste Gewinner überhaupt.[/blue_box]

Unter dem nicht enden wollenden Jubel der Massen fuhren wir wieder ans gelobte Land und ließen uns gebührend feiern. Zum Beispiel mit einer goldenen Medaille und dem Ausblick, bei den kommenden Cruise Day in Hamburg mit einer eigens angemieteten Barkasse erneut Element Wasser unsicher zu machen … samt Trinken und Essen auf Firmenkosten (ohne Limit! *oleole*).
Ich könnte schwören, dass noch bis früh am nächsten Morgen der Schlachtruf „Wickie sagt: ‚Paddeln'“ durch die Hamburger Innenstadt hallte.

Ach ja: ein paar Bilder habe ich auch gemacht. Leider nicht vom Sieger-Drachenboot, weil sich Regen und iPhone nicht sonderlich mögen. Aber dafür von anderen Dingen als der Regenhimmel vor und kurz nach unserer Triumphfahrt aufriss.

Wir Spitzensportler werden mit einem Bus „oben ohne“ zum Austragungsort gefahren.

Wir werden Sieger sein!

Die Sitze der Ruderer sehen übrigens deutlich bequemer als die Holzlatten der Drachenboote aus. Weicheier!

Sieger-Regenbögen.
Ich habe übrigens selten so viele Leute gleichzeitig „Oooh. Ist das schön!“ sagen hören. Recht hatten sie!

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3 Responses to Wir waren sowas wie Helden

  1. Nils sagt:

    DEUTLICHE Nummer 1? Pfft. Um eine Fußnagel-Länge wurden wir besiegt! ;)

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