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von • 25. Februar 2012 • Das Leben, Die Gedanken, Die LiebeKommentare (0)928

Worauf ich hinaus wollte

Ich würde nicht behaupten, dass ich immer wahnsinnig erwachsen tue. Genau so wenig, wie ich behaupten würde, dass ich kindisch wäre.
Ich würde nicht behaupten, dass ich immer einfach bin. Ich würde aber auch nicht behaupten, dass ich wahnsinnig kompliziert sei.

Ich mag es, wie Comiczeichner meine Superhelden zum Leben erwecken. Manchmal erschreckend realistisch. Wo sich dann der Eindruck festigt, dass wir alle Helden mit wehendem Cape sind… egal, auf welcher Seite man steht.
Ich liebe die gute alte Musik, die ich mit Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten verbinde. Wenn ich mit offenen Augen die Pflastersteine zähle, den Blick nach oben richte und mich wundere, wo ich nun schon wieder stehe.
Ich liebe das Geräusch von Wind, der sich in Bäumen fängt. Genau so, wie mir das Geschrei von Möwen ein Gefühl von Freiheit vermittelt.
Ich mag es, wenn ihre Brille auf die Nasenspitze rutscht. Und ich mag es noch mehr sie dabei zu beobachten, wenn sie diese wieder richtig auf ihre Nase setzt.
Ich finde es beruhigend, dass ich nicht mehr aktuellen Trends hinterher jagen muss.  Dass ich nun begeisterungsfähiger denn je neuen Dingen gegenübertrete.
Ich finde es wunderbar, dass ich niemandem meine Meinung aufdrücken muss. Und ich finde es genau so wunderbar, wenn sich jemand meine Meinung anhört und zu Herzen nimmt.
Ich mag den Geruch von verbranntem Holz. Wie ich den Geruch ihres Nackens mag, wenn ich meinen Kopf auf ihre Schulter lege.
Ich mag es, wenn ich bekloppt tue und dabei Dinge überspitze. So wie ich es liebe, dass nur meine Herzmenschen merken, dass es gar nicht so bekloppt ist, wie ich tue.
Ich kann mich herrlich über mich selbst ärgern. Noch mehr kann ich mich über mich selbst beömmeln.
Ich liebe den Anblick von tollen Bildern. So sehr, dass sich vor meinem geistigen Auge Statik in Bewegung wandelt und Geschichten erzählt.
Ich finde Explosionen und Coolness in Filmen grandios und kann Filmzitate mit Vergnügen wiederholen. Genau so grandios finde ich es, dass sich meine Freundin nie über meine Zitat-Wiederholungen beschwert sondern störrisch mit einem Lächeln hinnimmt (oder noch ein Zitat oben drauf setzt).
Ich mag es, wenn Menschen mehr von mir erwarten als nur zu funktionieren. Wie ich Menschen mag, wenn ich genau das nicht tuen muss.

Ich mag keine Radiomoderatoren, die mitten in Songs reinplappern. Genau so wenig, wie ich ödes Frühstücks-Fernsehen mit unausgeschlafenen Witzen mag.
Ich mag keine Top10 Musik. Genau so wenig, wenn sich Leute dazu nicht im Takt bewegen können.
Ich mag es nicht, wohin sich MTV entwickelt hat. Mehr noch mag ich keine Handy-Klingelton-Werbung.
Ich finde es blöde, wenn sich mein Schweinehund so viel vorgenommen hat und sich dann doch im entscheidenden Moment aus dem Staub macht.
Ich mag keine Leute, die ihre eigene Unsicherheit durch Beleidigungen verschleiern müssen. So wie ich es nicht mag, wenn sie sich dann darüber beschweren, deshalb nicht mehr ernst genommen zu werden.
Ich mag es nicht, wenn ich aus Unwissenheit nicht die richtigen Worte finde. Wie ich es nicht mag, vom Gegenüber dann noch einen oben drauf gesetzt zu bekommen was die Unwissenheit angeht.
Ich mag es nicht, wenn ich Heißhunger auf irgendwelche, sich nicht im Haus befindlichen, Süßigkeiten habe und zu faul bin, mir diese im nächstgelegenen Geschäft kaufen zu gehen.
Ich mag keine Posermenschen, die ihre Rolle so perfekt beherrschen, dass sie ihr eigenes Ich irgendwo auf dem Weg dorthin eingetauscht haben. So, wie ich Menschen verschreckend ansehe, wenn sie vom Leben und den Problemen anfangen, weil kein Rückhalt und so.
Ich mag es nicht, mich selbst wichtig nehmen zu müssen. Und ich mag es genau so wenig, wenn mir andere ihre Wichtigkeit unter Beweis stellen wollen.
Ich mag es nicht, wenn der Akku vom iPhone auf halber Zugfahrt vor lauter Musik hören den Geist aufgibt. So wie ich für mich unwichtige Gespräche fremder Menschen nicht in meinen Ohren hören mag.
Ich mag es nicht, wenn bei so viel Sehnsucht noch so viele Kilometer übrig sind. Und ich mag es nicht, wenn ihr Telefonakku die Ausdauer einer 90jährigen Oma beim Marathon hat.

Worauf ich hinaus wollte: ich mag es, nach all der Zeit sagen zu können:
„Immer noch ich, immer noch ihr… und jetzt auch du“

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