Ich mag meine Terrasse. Nicht, weil sie so unglaublich schön oder von einem schillernden Blumenmeer und Gartenzwergen umrandet ist. Auch gibt es hier keinen Springbrunnen samt angeschlossenen Whirlpool incl. 5 Badenixen – womit der Anblick schon für sich selbst sprechen würde.
Es ist eine ganz stinknormale Terrasse in einem Hinterhof. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich mag sie, eben weil sie da ist. Sie ist mein ganz eigener Punkt unter freiem Himmel mitten in Hamburg. Mein eigenes Unkraut, mein eigener kleiner Haselnussbaum, mein eigenes Efeu und mein eigenes Vogelgezwitscher. Groß genug, um dort locker mit mehreren Leuten entspannt grillen zu können (bis die Gartenstühle brechen :D ).

Das Besondere an meiner Terrasse ist nicht der Ausblick oder sonstiger Gartenfan-SchnickSchnack.
Es ist die Ruhe, die einen dort umgibt. Obwohl in einem Hinterhof gelegen, hört man häufig genug: nichts! Und es ist ein schon befremdliches Gefühl geworden, wenn sich durch diese Stille die Ohren entspannen können. Man in die Weite hören kann.
Lichterspiele gibt es in Form der beleuchteten Wohnungen der Nachbarn. Ab und an lauscht man Gesprächen und es kommt einem vor, als ob man eigentlich gar nicht richtig da ist, wo man gerade ist… ihr könnt mir noch folgen?
Losgelöst vom Alltagsstress, vom Straßenlärm und der Schnelllebigkeit einer Großstadt stehe oder sitze ich hier draußen und komme mir fast schon erhaben vor, dass ich diesen Luxus genießen darf. Einem Luxus, den ich Flatscreens, neuesten Spielekonsolen oder sonstigen unglaublich „wichtigen“ Dingen vorziehe.
Meine eigene Ruhe! Von meiner Umwelt und auch ein Stück weit von mir selbst.
Mein ganz eigener Tag am Meer. So häufig ich will.

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