Meines Wissens nach bin ich gesund, hab soweit all meine 7 Sinne beieinander, kann intelligentes Zeug dumm verpacken (und andersrum) und hab ein Dach über dem Kopf. Das Geld reicht, um die für mich wichtigen Dinge zu finanzieren, Ironie kann ich elegant verpacken, dass nur ich sie bemerke, bekloppte Dinge tue ich grundsätzlich mit Begeisterung und ich kann mich weitestgehend mit meiner Umwelt auf anständige Art & Weise verständigen. Eigentlich bin ich ein realistischer Träumer, brauche mich wegen meines Musikgeschmacks nicht zu schämen (für viele andere Dinge übrigens ebenfalls nicht) und bin älter als ich aussehe und jünger als ich mich manchmal fühle.
Aber eigentlich gibt es dann auch immer etwas, das man sich anders, besser, toller, größer und besser wünscht oder vorgestellt hat. Und eigentlich ist es mir dann auch egal, wie ich das „Höher, Größer, Weiter, Besser“ erreiche. Geduld ist eine Tugend. Aber letztendlich halte ich eigentlich nicht viel von Tugenden, die nur auf meine Kosten gehen.
Wenn alles grau aussieht, dann hat das auch gefälligst grau zu sein! Farbtöpfe klatsche ich dann an anderen Tagen an die Wand (im übertragenen Sinne versteht sich, denn ich mach die Sauerei doch nicht alleine weg).
Außerdem ist es so viel einfacher, sich das Selbstmitleid noch schöner zu reden. Wo sich dann im Handumdrehen ein positives Selbstmitleid entwickelt.
Eigentlich mag ich in solchen Situationen auch das graue und nasskalte Wetter. Man verpasst draußen nichts und kann das zusätzlich auf die Habenseite der positiven Aspekten verbuchen.
Eigentlich ist das schlecht Reden & Machen eine typisch deutsche Charaktereigenschaft die uns veranlasst, dunkle Mienen in Bussen und Bahnen zu ziehen (es sei denn, man ich HipHoper. Da gehört das zum guten Ton. Obwohl ich nicht glaube, dass es so viele HipHoper wie dunkle Mienen gibt). Zumindest sagt man uns Deutschen das ja nach. Und eigentlich sind wir mit dieser Rolle auch ganz zufrieden, denn schließlich beklagt sich ausnahmsweise niemand darüber, dass wir ein Volk der Klagewüter im internationalen Vergleich sind.
Eigentlich wollte ich darauf gar nicht hinaus, aber eigentlich passte es auch ganz gut in den Kontext… irgendwie. Wobei: worauf wollte ich noch mal hinaus?
Eigentlich ist es mir egal, dass du Du bist, wenn das Du mich so nimmt, wie ich bin. Denn ich nehme dich auch so, wie du bist. Kommen mir Leute krumm, zeig ich ihnen auf Wunsch, wie man es gerade biegen kann. Da fällt mir auf, dass ich nicht sonderlich gut Löffel verbiegen kann (mit meinen Gedanken übrigens gar nicht). Wobei das Verbiegen eines Löffels eh in eine kontraproduktive Richtung gehen würde, um danach die Suppe auslöffeln zu können.
Verarschen lasse ich mich selten häufig und ich finde es befremdlich, dass es manche Menschen bei anderen gerne tun.
Mein eigenes Leben ist mir ziemlich wichtig. Schließlich hab ich nur das eine, obwohl ich nicht immer so damit umgehe. Und eigentlich könnte es mir egal sein, wie andere mit ihrem Lifestyle umgehen – ist es mir dann aber komischer Weise nicht (immer). Sollten mich Leute fragen wie es mir geht, antworte ich meistens „Gut“, selbst wenn das eigentlich nicht immer stimmt. Aber das ist in diesem Fall nicht als Lüge zu bezeichnen. Vielmehr als Zeichen dessen, dass es den Gegenüber nichts angeht.
Wenn mir für mich unwichtige Leute die Meinung sagen, ist mir das eigentlich schnuppe. Wenn sie damit hinter dem Berg bleiben, gleich umso mehr. Virtuell umso mehrer. Die Meinungen meiner Freunde bzw. wichtigen Menschen sind mir übrigens alles andere als egal und das ist gut so. Und jetzt liegt es in deinem eigenen Ermessen, zu welcher Fraktion du dich eigentlich zählen würdest.
Letztendlich ist es gut so, dass das Wörtchen „Eigentlich“ eigentlich gar nichts aussagt und nur als Füllwort zu bezeichnen ist. Wahrscheinlich nutzen es deshalb so viele, was in den Zeitgeister der heutigen Gesellschaft passen würde. Frei nach dem Motto: viel reden und dabei eigentlich nichts sagen. Insofern kann man diesen Blogeintrag als nichtsfüllenden Tunnichtgut ansehen.

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