Godzilla, die Riesenechse und bekanntester Exportschlager aus dem fernen Osten, beehrt uns seit der Hollywood-Neuauflager in 2014 erneut in den Kinos.
Ob sie im zweiten Teil nicht nur in Sachen Größe, sondern auch bei der Story was auf Lager hat, liest du in meiner Filmkritik zu „Godzilla 2: King of the Monsters“.


Worum gehts?
„In der neuen Geschichte bewähren sich die Mitglieder der krypto-zoologischen Agentur Monarch heldenhaft im Kampf gegen eine ganze Phalanx von überdimensionalen Monstern, wobei sich der gewaltige Godzilla mit Mothra, Rodan und seinem Erzfeind, dem dreiköpfigen King Ghidorah, anlegt. Diese Urmonster hielt man bisher für reine Mythen, doch als sie plötzlich wieder auftauchen, konkurrieren sie alle um die Vorherrschaft und bedrohen so den Lebensraum der gesamten Menschheit.“ (Quelle: Warner Bros.)

Godzilla 2: King of the Monsters, Warner Bros.

Mit einem Großaufgebot mehr oder weniger bekannter Hollywood-Schauspielern bekommt Godzilla im zweiten Teil Verstärkung an die Seite gestellt. Dabei sind unter anderem Millie Bobby Brown (Stranger Things), Vera Farmiga (The Conjuring), Sally Hawkins (Shape of Water) und Kyle Chandler (Super 8).

Doch egal, welcher Hollywood-Star in einem Godzilla-Film mitspielt:
Wir wissen doch alle, wer der echte Star des Streifens ist.

Deshalb frage ich mich schon, warum auf so eine Star-Parade setzt? Sind sich die Macher vielleicht nicht sicher, ob die Riesenechse nicht alleine schon Grund genug ist, um ins Kino gehen?

Was die Charaktere betrifft, waren sie mir allesamt total egal, weil ich zu keinem Charakter auch nur im Ansatz eine emotionale Bindung aufbauen konnte. Dadurch war mir auch wurscht, ob nun Person X oder Y draufgeht. Im Gegenteil:
Der Großteil des Casts nervte mich massiv, weil sie alle unter ihren eigentlichen Möglichkeiten blieben. Schon alleine bei Mimik und Gestik haben selbst die Marionetten der Augsburger Puppenkiste mehr drauf.

Godzilla 2: King of the Monsters, Warner Bros.

Hinzu kommt, dass die Story so unfassbar dumm und an den Haaren herbei gezogen ist, dass es realistischer gewesen wäre, wenn Godzilla einen Stepptanz aufs Parkett gelegt hätte.

In Kurzform:
Durch die massiven Umweltverpestungen, die die Menschen der Erde zugefügt haben, müssen die Kreaturen, die seit Jahrtausenden geruht haben, erneut für ein Gleichgewicht sorgen, indem sie alles in Schutt & Asche legen.
Wie gut, dass Wissenschaftlerin Dr. Emma Russell (Vera Farmiga) einen kleinen Kasten gebaut hat, um diese aus ihrem Tiefschlaf zu wecken und sie in gewisser Art & Weise fernzusteuern.

Dass sie damit auch gleich Millionen von Menschen töten wird, ist ihr herzlich egal.
Genau so egal ist ihr auch, dass sie ihre Tochter Madison Russel (Millie Bobby Brown) mit offenen Augen ein ums andere Mal in Gefahr bringt.
Und der Vater Mark Russell (Kyle Chandler) der häufig genug hilflos Namen durch die Gegend schreit, sorgt ebenfalls nicht für ein im Ansatz harmonisches Familienleben.
Kein Wunder, dass selbst im Film das Ganze mit „Wäre ich euer Kind, würde ich auch weglaufen“ kommentiert wird.
Die einzig überzeugende Aussage im Streifen übrigens.

Witziger Weise war mir Charles Dance als der menschliche Bösewicht noch am sympathischsten.

Godzilla 2: King of the Monsters, Warner Bros.

Aber genug über den schnöden und eh überflüssigen Anhang samt Story der Riesenechse gemosert!
Hier geht es schließlich um Godzilla und die ist mächtiger und soo viel größer, als jeder noch so überforderter Drehbuchautor, Regisseur und Hollywood-Darsteller.

Und Godzilla besticht buchstäblich durch Größe. War sie in der 2014-er Neuauflage schon ziemlich kräftig gebaut, legt sie im neuen Teil noch ein paar Kilos oben drauf.
Aber hey: Du bist schön, so wie du bist!

Was man den Machern absolut nicht vorwerfen kann, ist, dass sie den Monstern nicht genügend Screentime eingeräumt hätten.

Im ersten Teil wurde Godzilla vorsichtig, fast schon zaghaft, immer mal wieder in Teilausschnitten auf die Kinoleinwand gebracht, um so die Spannung und Dramatik erhöhen.
In Godzilla 2 gibts von Anfang an voll auf die 12!

  • Du willst Monster? Hier bekommst du sie bis zum Erbrechen
  • Du willst Bombastkämpfe? Hier bekommst du sie mit beiden Fäusten aufs linke und rechte Auge
  • Du willst Special Effects? Hier bekommst du sie, bis dir die IMAX-Brille von der Nase fliegt

Für Leute, die genau das von Godzilla 2 erwarten und auf Story und Nebendarsteller verzichten können, ist das genau das Richtige.

Das mag Konsequent sein – Spaß hat mir das beim Anschauen allerdings keinen gemacht. Weil ich mich nach gefühlt 30 Minuten schon an all den Kreaturen satt gesehen hatte.
Auch die Kämpfe hat man so schon irgendwie in Teil 1 gesehen. Irgendetwas wirklich Überraschendes passiert nicht wirklich.
Schade, denn Godzilla hätte etwas Besseres verdient gehabt.

Gibt es denn gar nichts Positives über den Film zu berichten?
In der IMAX-Version vibrierte mein Kinositz bei jedem Aufstampfen der Monster, was echt cool war und mir ein zufriedenes Lächeln entlocken konnte.

Auch das Brüllen von Godzilla & Co. war manchmal so laut, dass ich mir fast die Ohren zuhalten und mich wegducken wollte. Das war schon beeindruckend.
Die Monster in Godzilla 2 wirken deutlich organischer als in Teil 1. Im 2014-er Teil waren sie ziemlich kantig angelegt und sahen dadurch eher wie Maschinen aus.

Der Großteil des 200 Millionen US-Dollar Budgets ist in die Special Effects geflossen. Da wundert es nicht, dass ein wahres CI-Feuerwerk abgefackelt wird.

Leider tröstet das aber nicht über die vielen Schwachpunkte des Films hinweg.
Denn nach diesem großen Haufen Monsterpups ist mir die Lust auf Godzilla vs King Kong gehörig vergangen.