Herzlich Willkommen bei einer neuen Folge: Besser gruseln mit den Heldenchaos-Hörspiel-Empfehlungen. Diesmal mit der dritten Folge der Gruselserie-Neuauflage vom EUROPA-Label.
Ob der neue Teil besser als die ersten zwei abschneidet (mein Gruselserie-Review über Teil 1 und 2)?


Worum gehts?
„Der Urlaub im tropischen Amazonas-Gebiet entwickelt sich für eine kleine Touristengruppe zu einem wahren Alptraum: In Todesangst fliehen sie vor mutierten Insekten, deren Blutdurst keine Grenzen kennt …“

Die Sprecher sind auch in Episode 3 wieder toll ausgewählt.
Unter anderem sind Patrick Bach, Martin May, Eckard Dux und Elga Schütz dabei, die man aus vielen Hörspiel- und Film-Produktionen kennt.
Udo Schenk als Erzähler passt, wie auch in Folge 2, wunderbar in diese Rolle.
Die Sprecher-Riege gibt absolut keinen Grund zum Meckern.

Bevor ich es vergesse: Das Cover finde ich auch hier abermals mit den grellen Neonfarben große klasse! Wenn es irgendwann mal Poster davon geben sollte: Hier habt ihr einen dankbaren Abnehmer gefunden! 👋

Wie du weiter oben sicherlich schon festgestellt hast, liest sich die Geschichte wie die eines B-Movies. Da könnte auch „Angriff der Killer-Bienen“ draufstehen.
Aber ein bisschen Trash schadet ja nicht, ist auch Bestandteil der alten Gruselserie-Teile und die Story beginnt mit einem Ausflug der Protagonisten durch den Amazonas recht vielversprechend und spannend.
Schnell tun sich Fragen wie „Warum soll zwingend auf Anti-Mückenspray & Co. verzichtet werden?“ oder „Was hat es mit dieser abgezäunten Anlage auf sich?“ auf.

Was mir im Vergleich zur Folge 1 und 2 direkt aufgefallen ist:
Die Soundkulisse wurde hörbar verbessert und zieht einen intensiver mit in das Geschehen.
Auch Musik wird nun häufiger an passenden Stellen eingesetzt.
Super, dass sich Macher die Kritik zu Herzen genommen und optimiert haben.

Alles also super im Gruselserie-Land?

Leider muss zur gar nicht gruseligen Aufklärung erneut, wie auch in Folge 1 und 2, die Moralkeule herhalten.

Damit wir uns nicht missverstehen:
Ich erwarte keine Raketenwissenschaft oder ein Oscar-prämiertes Drehbuch in einem Gruselhörspiel.
Aber warum muss es erneut eine derart konstruierte Geschichte sein, damit man am Ende mit erhobenen Zeigefinger winken kann?
Wenn die Gruselserie ausschließlich junge Menschen bis 12 Jahre hören sollen, könnte ich das zumindest im Ansatz nachvollziehen. Nach dem Motto: „Pädagogisch wertvoller Inhalt“.
Aber die Serie ist doch sicherlich für etwas ältere Menschen gemacht und da ist mir die Moralkeule zum dritten Mal in Folge einfach definitiv zu viel und am Ziel vorbei!

Sollte es eine vierte Folge geben, dann eine große Bitte an die Macher:
Kreiert eine stinknormale Vampir-, Geister- oder meinetwegen Werwolf-Geschichte in einem alten Küstenschloss oder einsamen Haus im Wald. Ganz ohne moralischen Clou, dafür mit viel Grusel-Klischees zusammen mit einer starken Sound- und Musik-Kulisse. Das würde zumindest meinen Ohren deutlich besser gefallen.
Evtl. hören sich die zuständigen Menschen bei EUROPA einfach noch mal „Draculas Insel, Kerker des Grauens“ oder „Die unheimliche Begegnung mit dem Werwolf“ aus den 80-ern an.

Auch, wenn die Folge 3 eine Verbesserung im Vergleich zu den anderen beiden Teilen ist:
Es gibt noch jede Menge Luft nach oben.
Schauen (oder hören) wir mal, wie es mit der Gruselserie weitergeht. Aktuell gibt es noch keine Ankündigung für eine Folge 4.

📻📻,5 (von 5)