Vor sage und schreibe vier Jahren schrieb ich meine Eindrücke über die Version 5 von Twitterrific für iOS. Seit dem 13.06.2019 steht nun Twitterrific 6 im Apple AppStore zur Verfügung. Ob sich ein Update lohnt, liest du hier.


Twitterrific vom Entwickler Iconfactory ist ein Ur-Gestein am Twitter-App-Himmel. Genauer gesagt war die App die erste, über die man auch mobil auf seinem iPhone zwitschern konnte. Die Begrifflichkeit „Tweet“ und das Vögelchen „Ollie“ stammt übrigens von den Machern und nicht von Twitter selbst.
Man kann also sagen: Twitterrific ist eine App mit stolzer Geschichte.

In Zeiten, in denen Twitter den 3rd Party-Entwicklern immer mehr API-Hähne und damit Funktionen abdreht, haben es diese mehr als nur schwer, ihre Apps an den Mann bzw die Frau zu bringen.
Einige haben bereits die Segel gestrichen und auf iOS gibt es praktisch nur noch Tweetbot von Tapbots und eben Twitterrific von Iconfactory.
Wenn man so will: Das kleine gallische Dorf, das gegen die großen Römer kämpft.

Zuerst eine kleiner Auszug, welche Funktionen derzeit NICHT für 3rd Party-Entwickler möglich ist umzusetzen:

  • Push-Benachrichtigungen über neue Favs, DMs und Replies oder wenn ein bestimmter User etwas getwittert hat
  • Live-Updates der Timeline
  • Gruppen-DMs
  • Erstellung/Teilnahme von/an Umfragen

Es ist wichtig zu verstehen und zu wissen, dass somit einige der Basis-Funktionen von Twitter nicht für externe Entwickler umsetzbar sind. Das liegt nicht an deren Unvermögen, sondern einzig und alleine an Twitter, die aufgrund von Profitgier die dafür benötigten Schnittstellen (APIs) nicht (mehr) zugänglich machen.

Warum dann also noch auf eine andere Twitter-App als die Offizielle zurückgreifen?
Drei besonders gute Gründe sind:

  • Keine Werbung in der Timeline
  • Die chronologische Ansicht der Timeline, wie wir sie alle bis vor einigen Jahren her kannten
  • Die offizielle Twitter-App ist Müll

Twitterrific kann aber noch mehr!
Die App bietet insgesamt drei helle und fünf dunkle Themes an. Wem das nicht ausreicht, der kann ganz ohne Programmierkenntnisse einfach selber welche erstellen.
Wie das funktioniert, ist im iCloud-Ordner von Twiterrific nachzulesen.

Dann gibt es da noch die Synchronisation der aktuellsten TL-Position, Muffles, Farbmarkierungen für eigene Tweets, Replies oder DMs in der (auf Wunsch) Unified Timeline und mehr.

Wenn du jetzt nur Bahnhof verstehst, folgt hier eine kleine Aufklärung, was die jeweiligen Features bedeuten.

Synchronisation der aktuellsten TL-Position
Bedeutet, dass die jeweils letzte Position deiner Timeline zwischen iPhone, iPad und Mac synchronisiert wird. Somit kannst du bei Gerätewechsel genau dort weiterlesen, wo du auf anderen Gerät aufgehört hast. Äußerst praktisch!

Muffles
Damit ist gemeint, dass sich User, Hashtags oder bestimmte Wörter ausblenden lassen. Entweder verschwinden sie komplett in der Timeline (Muting), oder sind erst auf Klick eines entsprechenden Icons zu lesen (Muffling). Alles individuell einstellbar.
Die Muffles werden übrigens auf allen Geräten synchronisiert, auf denen du Twitterrific nutzt.

Farbliche Markierungen und Unified Timeline
Eigene Tweets, Replies und DMs werden auf Wunsch farblich markiert, so dass diese deutlicher ins Auge fallen.
Optional lässt sich ebenfalls einstellen, dass auch Replies und DMs in der Timeline angezeigt werden.

Und sonst noch?

GIPHY in Twitterrific 6

In Version 6 können Dank Giphy nun auch GIFs in die Tweets gepackt werden. Für jede Menge Bewegtbilder-Abwechslung ist damit gesorgt.
Videos und GIFs spielt die App auf Wunsch nun ebenfalls automatisch in der Timeline ab.
Was ich besonders cool finde:
Entwürfe werden zwischen iPhone und iPad synchronisiert. Eine Funktion, die ich bisher nur in Twitterrific gesehen habe.
Zusätzlich kann man Tweets editieren. Bedeutet, dass man einen Tweet von sich löscht, vorher aber der Text kopiert und neu eingefügt wird, um ihn dann noch mal wie gewünscht zu ändern, bevor man ihn erneut veröffentlicht.

Twitterrific schreibt „Twitter your way“.
Damit ist gemeint, dass sich die Twitter-App auf die eigenen Vorlieben einstellen lässt.
Wie weiter oben erwähnt, gibt es zig unterschiedliche Tag/Nacht-Themes. Dazu gesellen sich viele unterschriftliche Fonts (Schriften) und Größen, einstellbare Zeilenabstände, die Größe der Bilder in der Timeline, unterschiedliche Avatar-Ansichten (rund, oval, eckig, abgerundet) und mehr als zehn zur Auswahl stehende App-Icons.

Das sind alles Features, die die offizielle Twitter-App nicht oder nur ungenügend drauf hat.

Twitterrific 6 hat aber noch eine Änderung im Petto:
Ein geändertes Zahlmodell.

Wenn du knapp 30 Euro locker machen möchtest, erhältst du eine Lifetime-Lizenz für Twitterrific 6 und zahlst damit nie wieder nur einen Cent für die Nutzung – zumindest solange, wie Version 6 die aktuellste darstellt. Wer die Entwickler kennt, der weiß, dass sie ihre Apps regelmäßig mit Bugfixes und neuen Features versehen. Also keine Sorge, dass du nach Kauf keine Updates mehr erzählst!
Wenn dir die 30 Euro zu viel sind, kannst du auf ein monatliches oder jährliches Abo-Modell zurückgreifen.
Monatlich kostet der Spaß winzig kleine 99 Cent. Zahlst du jährlich, kostet es überschaubare 10,49 Euro.
Und was ist, wenn du gar nichts für Twitterrific zahlen möchtest?
Dann musst du mit Werbebannern in der Timeline leben. Der Funktionsumfang wird aber nicht abgespeckt.
Falls du unschlüssig bist, ob Twitterrific etwas für dich sein könnte, ist das eine super Möglichkeit, diese Twitter-App ausführlich und ohne jegliches Risiko zu testen. Gefällt sie dir, entscheidest du selbst, ob dir das Entfernen der Banner die Lifetime-Lizenz oder das Abo wert ist.
Ich finde, dass das wirklich fair ist!
Übrigens umfasst das Abo bzw. die Lifetime-Lizenz die iPhone- und iPad-Version. Nur die Mac-App musst du bei Interesse noch mal separat bezahlen (aktuell als Einmal-Zahlung für 8,99 Euro zu haben).
Unglücklich ist, dass die Entwickler bei dem Update von Version 5 auf Version 6 nicht ausdrücklich vor Installation auf das neue Model hinweisen. Das sorgt derzeit für Unmut in der Community.

Kann ich Twitterrific 6 empfehlen?
Wenn dir klar ist, dass dir nicht der komplette Funktionsumfang von Twitter zur Verfügung steht (siehe weiter oben), du damit aber gut leben kannst, dann ist Twitterrific 6 absolut zu empfehlen.
Durchdacht, ohne nennenswerte Bugs, schnell, einige wirklich coole Features, Details, die erst bei Nutzung wohlwollend ins Auge fallen und hübsch anzuschauen ist Twitterrific bei mir nun die Twitter-App erster Wahl und hat einen festen Platz auf meinem Homescreen (sowohl auf iPhone, iPad und Mac).

👉 Download Twitterrific 6 für iOS im AppStore

👉 Download Twitterrific für Mac im AppStore

Du hast weitere Fragen?
Die Entwickler sind auf Twitter unter @twitterrific zu finden, dort sehr aktiv und antworten in kurzer Zeit auf Anfragen.

Weitere nützliche Twitterrific-Links:

Mir aufgefallene Bugs
Mir ist keine App/Sofware bekannt, die ohne Bugs auskommt. Und auch in Twitterrific gibt es ein paar davon zu finden.

  • Tag/Nacht-Wechsel des Themes funktioniert nicht immer zuverlässig
  • Trends hinken nicht immer auf dem aktuellsten Stand
  • (Kein Bug) Drei Finger-Geste zum Wechsel der Twitter-Accounts kann etwas zickig sein
  • (iPad) Konstant anzeigbare linke Navigation teilweise nicht zu sehen, obwohl aktiviert