Ich stehe nicht auf irgendwelche Postkarten mit Teddies drauf oder Einhornposter an der Wand, die keinen Sinn haben außer HerzSchmerz Weißheiten zu posaunen.
Ich stehe nicht auf ewig lang kitischige Komplimente einer Person gegenüber, die man durch Blumensträuße oder Pralinen noch untermauern muss.
Ich stehe nicht  drauf, wenn sich Zuneigung nur durch Einladungen zum Essen oder Kinobesuchen für lau äußert.
Ich stehe nicht auf Hollywood-Schnulzen, weil sie nach dem Abspann nicht weiterlaufen.
Ich stehe nicht auf Musik in der es nur darum geht, wie schlecht man sich ohne ein Person fühlt und dadurch das eigene Ich in den Hintergrund kippt.

Ich mag die Liebe an meiner Seite, wenn es gewittert und man gemeinsam bei Blitz & Donner zusammen zuckt.
Ich mag die Liebe an meiner Seite, wenn jede Sekunde endlos lange und doch furchbar kurz erscheint.
Ich mag die Liebe an meiner Seite, wenn  man sich gemeinsam erinnert und lächelnd in die Zukunft blickt.
Ich mag die Liebe an meiner Seite, wenn ein voller Club zu dem stillsten Ort auf Erden wird, sobald man mit ihr zu unserem Lied tanzt.
Ich mag die Liebe an meiner Seite, um in ihren Augen in Atemnot zu geraten.
Ich mag die Liebe an meiner Seite, um in düsteren Gängen gemeinsam auf Entdeckungsreise nach dem Licht zu gehen.
Ich mag die Liebe, wenn sie sich Nächte lang Songs hin und her schickt und man gemeinsam mit dem dicken Zeh im Takt wippt.
Ich mag die Liebe, wenn sich meine Hand in eine andere legen kann und dabei eins wird.

Aber was weiß ich denn schon?!
Liebe ist Kitsch!? Vielleicht ist Liebe nur irgendein aufkommender Impuls im Kopf, der durch aufmuckende Synapsen ausgelöst wird, weil sich ein Gefühl von gelebter Langeweile um einen herum bildet. Dem man vielleicht durch einen Partner an seiner Seite entkommen will, um von der eigenen Unvollkommenheit abzulenken.
Liebe oder vielleicht ein Haufen Eigenprobleme, die man dem Anderen in der Hoffnung vor die Füße wirft, dass sich diese Person damit beschäftigen mag.  Und sich dann vielleicht von dieser Person abwendet, sobald sie da keinen Bock mehr drauf hat.
Frauen, die vielleicht ewig auf den goldenen Ritter samt Hollywood-Ende warten und dadurch immer frustrierter werden. Männer, die vielleicht „richtige“ Männer sind und damit eh keinen Bock auf „richtige“ Beziehung haben, weil sie nicht das Wort Ficken beinhaltet.
Liebe oder vielleicht die Bereitschaft, die eigenen Wünsche in der Märchenwelt in den Vordergrund zu stellen und sich dann lauthals darüber zu beklagen, wenn diese zu Verbindlichkeiten werden.
Liebe oder vielleicht der Glauben daran, dass man jeden Gipfel gemeinsam meistern kann und einem dann doch wieder bei der kleinsten Steigung die Puste ausgeht.
Vielleicht ist Liebe nur die blinde Hoffnung, es beim nächsten Mal besser zu machen und endlich einen Gegenüber zu finden, der den eigenen Forderungen gerecht wird.
Vielleicht ist Liebe aber nur der Anlass, noch schneller vor etwas weglaufen zu können.

Worauf steh ich schon? Was mag ich denn schon? Was weiß ich denn schon vielleicht?